„Alle Jahre wieder“

Bei spürbar steigenden Temperaturen durch die Sonnenstunden der vergangenen Tage wachen Erdkröten, Moorfrösche, Grasfrösche und Molche langsam auf. Damit beginnt für diese Tiere eine gefährliche Saison. Viele Tiere müssen stark befahrene Straßen überqueren um zu ihren Laichgewässern zu gelangen, da sie den Hauptteil ihres Lebens außerhalb des Wassers verbringen und nur zum Laichen an ihren Geburtsort zurückkehren.

Jedes Jahr versucht der NABU Neustadt e.V. einen sinnlosen, hundertfachen Verkehrstod der Amphibien zu verhindern. Zeigen sich die ersten Tiere, wird wieder fieberhaft mit Hilfe der VHS Neustadt daran gearbeitet, die Tiere vom Überqueren der Straßen abzuhalten. Dazu werden Zäune aufgebaut, die verhindern, dass die Tiere direkt an die Fahrbahn gelangen. 

                          

 

Seit dem 18. Februar 2019 steht nun der erste Zaun in Mecklenhorst und es stellt sich wie jedes Jahr die Frage, wer den Tieren erfolgreich über die Straße hilft. 

                                                     

Mitglieder des NABU nehmen die gefangenen Amphibien behutsam aus den direkt am Zaun eingegrabenen Eimern und tragen die Tiere vorsichtig über die stark befahrenen Verkehrsadern. „Dies ist wie jedes Jahr eine besondere Herausforderung“ betont Josef Bruns vom Fachbereich Amphibien des NABU. Ihm sind schon oft Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit an diesen Gefahrenstellen begegnet. „Die Helfer am Zaun sind nur mit Warnwesten ausgestattet und immer wieder großen Risiken ausgesetzt. Nicht selten werden die Helfer allein durch den Fahrtwind großer Fahrzeuge, die sehr nahe an ihnen vorbei fahren ins Wanken gebracht.“ Bruns appelliert an alle Verkehrsteilnehmer diese Gefahrenstellen vorausschauend zu passieren.

Im vergangenen Jahr haben die Zahlen der wandernden Amphibien am Zaun in Suttorf rapide abgenommen. Eine Ursache könnte das Aufbringen großer Erdmassen auf die umliegenden Äcker sein, das  viele Tiere das Leben gekostet hat. Bruns hält diese Erklärung für wahrscheinlich, da ihm ansonsten keine Veränderungen des Biotops aufgefallen sind. Dennoch hofft der NABU auf eine Erholung der Bestände in dem Bereich. Daher wird zur Zeit hier nur beobachtet und sobald sich Bewegung zeigt, wird auch in Suttorf der Zaun wieder aufgestellt.