Der Fachbereich Reptilien & Amphibien trifft sich immer am 2. Mittwoch um 19:30 Uhr im Monat. Der Treffpunkt kann bei Lutz Paral erfragt werden. Gäste sind natürlich immer herzlich willkommen!

Im Raum Neustadt leben alle 6 Reptilien- und 14 Amphibienarten, die in Niedersachsen heimisch sind. Der NABU-Neustadt hat im Jahr 2006 verschiedene Projekte zum Schutz einzelner Reptilien- und Amphibienarten geplant und mit der Ausführung begonnen. Wie zum Beispiel, die Optimierung der Kreuzotterlebensräume in Teilbereichen des Toten Moores und die Optimierung eines Zauneidechsenhabitates am Stadtrand von Neustadt. Ganz aktuell ist ein Artenhilfs- und Kleingewässerschutzprojekt in der Gemarkung Empede/Eilvese geplant und teilweise wurde bereits mit ersten Arbeiten begonnen. Demnächst gibt es hier weitere Informationen über das Projekt.

Aktuell: Teichpflegemassnahmen

                 -  Kolze Teich - Ufer freischneiden - zu 90 % erledigt
                 -  Sievers Teich etwas entschilfen - zu 95 % erledigt
                 -  Klosterforst Teich (nahe Eilvese) an der Quelle entschilfen - zu 78 % erledigt
                 Helfer bitte melden unter 0172 44 74 299 oder 05032-967750

 

Projekt

Status

Ansprechpartner 

Reptilienkartierung im Toten Moor (2016)

 0%

Lutz Paral

Ein Drache sucht seinen Teich
Das Artenhilfs- und Kleingewässerschutzprojekt
Des NABU-Neustadt, im Rahmen des Projektes
"Ein König sucht sein Reich"
des NABU Regionalverbandes Hannover

 50%

Lutz Paral

Reptilienerfassung im Blanken Flat (2008)

100%

Lutz Paral

Pflegemaßnahmen im Toten Moor (2015/16)

75%

Lutz Paral

Zauneidechsen am Stadtrand

100%

Lutz Paral

Neuer Teich, Gemarkung Empede

100%

Lutz Paral

Neuer Teich, Dudensen (Mühlenhof)

100%

NABU-
Niedersachsen

 Neuer Teich, Gemarkung Mecklenhorst

 100%

Lutz Paral 

 

 

 

(0% = noch nicht begonnen, 25% = Vorbereitungen laufen,
50% = begonnen, 75% = kurz vor Abschluss, 100% abgeschlossen)
Wer mitarbeiten möchte meldet sich bei Lutz Paral

Ein neuer Lebensraum entsteht

(für Zauneidechsen, Lacerta agilis)

Am 10. Oktober 2016: Besichtigung eines Areals, welches für eine bestehende Zauneidechsenpopulation als Ersatz für verloren gegangenes Terrain seitens der Stadt Neustadt am Rübenberge und der Stadnetze zur Verfügung gestellt wurde. Ein riesiges Brombeergebüsch wurde dabei vorgefunden, welches schon auf den ersten Blick nach sehr viel Arbeit aussah. Die Stadtnetze hatten hier Versorgungsleitungen für ein Neubaugebiet gelegt und dabei das Habitat zerstört.

Anfang Dezember ging es dann los. Das Ausgleichsgelände wurde auf ca 60 cm Tiefe ausgebaggert.

                                       

Dann wurde neuer Bodengrund beschafft und mit 25 LKW Ladungen in die ausgehobene Grube verteilt.

                                        

Wir besorgten Steine und Totholz, um einen Anfang zu machen. Langer Frost hatte weitere Arbeiten verhindert und nun wurde es Zeit. Wegen der vielen Katzen- und Hundespuren auf dem Sand, beschlossen wir, einen Zaun zu bauen. Die Genehmigung dafür dauerte etwas länger als erwartet.

Als die Genehmigung vorlag, ging es weiter: Glücklicherweise fanden wir fleißige Helfer mit dem nötigen Equipment, die uns die Löcher für die Zaunpfähle bohrten.

Am16.März wurde der Zaun endlich fertig gestellt.

  

Winter 2019/2020

Nachdem im Sommer 2018 5 Jungtiere und im Sommer 2019 9 Jungtiere beobachtet werden konnten, entschlossen wir uns, die Eiablagefläche zu vergrößern. Ein großes Hindernis galt es zu überwinden. Nach starken Regenfällen glich das Gelände einem See.

Aus dem Grunde haben wir den Eiablagebereich gegenüber dem normalen Bereich um ca. 20 cm erhöht und mit Strauchschnitt als Drainage unterlegt. Die vorhandene, aber bereits abgesackte Steinmauer haben wir erhöht und noch mehr Zwischenräume zwischen den Steinen gelassen.

                                      

Ein Totholzstreifen ist beim jährlichen Rückschnitt jeweils übriggeblieben und wächst dementsprechend von Jahr zu Jahr, um den Tieren Schutz nach oben zu gewähren. Im unteren Bereich des Totholzes verrottet das alte Holz und verbindet sich mit der schlecht durchlässigen Oberschicht des Geländes aus Lehm. Mit Hilfe von Mikroorganismen und Regenwürmern kann das Oberflächenwasser dadurch gleichzeitig besser ablaufen.

                                      

Durch das Einbringen diverser Pflanzen und Sträucher in die Fläche wird seit 2018 nachweislich ebenfalls das Oberflächenwasser unter Kontrolle gebracht, mit dem Nebeneffekt, dass sich wegen der Sträucher und großer Stauden immer mehr Insekten ansiedeln. Die sind natürlich auch sehr nützlich für die Eidechsen als Nahrungsquelle.

                                     

Ein großer Weißdorn lockt im Frühjahr immer wieder viele Vögel und Insekten ins Gelände. Eine Nachtigall kann dort von Ende März bis Ende Juni häufig singend angetroffen werden.

                                         

                                                  

 

 Noch lange nicht haben wir erreicht, was wir eigentlich wollen. Sinnvoll wäre es nun, die Fläche mit einem Insektenhotel auszustatten. Sehr seltene Wildbienen wie die große Holzbiene (rote Liste) haben sich vermehrt bereits gezeigt und die Symbiose, bedingt durch gleiche Lebensräume von Eidechsen und Wildbienen ist hinlänglich bekannt. Der letzte Eingriff in das Gelände wird dann im Winter 2020/2021 ein Überwinterungsschacht mit reichlich Totholz und Laub und einer frostverträglichen Tiefe sein.

20/21. April 2020

Das Wetter spielt mit und zeigt endlich bombastische Erfolge. Am 20.04.2020 können wir erstmalig 6 erwachsene Männchen beobachten und wie immer, wenn die Paarungszeit beginnt, nur 1 erwachsenes Weibchen und ein weibliches Jungtier aus dem vergangenen Jahr. Die Eidechsen haben den neuen Lebensraum endlich für sich entdeckt.

Ein weiteres Monitoring im Mai bis Juli könnte bereits einige Jungtiere aus diesem Jahr zeigen.

                                                                           Josef Bruns

„Alle Jahre wieder“

Bei spürbar steigenden Temperaturen durch die Sonnenstunden der vergangenen Tage wachen Erdkröten, Moorfrösche, Grasfrösche und Molche langsam auf. Damit beginnt für diese Tiere eine gefährliche Saison. Viele Tiere müssen stark befahrene Straßen überqueren um zu ihren Laichgewässern zu gelangen, da sie den Hauptteil ihres Lebens außerhalb des Wassers verbringen und nur zum Laichen an ihren Geburtsort zurückkehren.

Jedes Jahr versucht der NABU Neustadt e.V. einen sinnlosen, hundertfachen Verkehrstod der Amphibien zu verhindern. Zeigen sich die ersten Tiere, wird wieder fieberhaft mit Hilfe der VHS Neustadt daran gearbeitet, die Tiere vom Überqueren der Straßen abzuhalten. Dazu werden Zäune aufgebaut, die verhindern, dass die Tiere direkt an die Fahrbahn gelangen. 

                          

 

Seit dem 18. Februar 2019 steht nun der erste Zaun in Mecklenhorst und es stellt sich wie jedes Jahr die Frage, wer den Tieren erfolgreich über die Straße hilft. 

                                                     

Mitglieder des NABU nehmen die gefangenen Amphibien behutsam aus den direkt am Zaun eingegrabenen Eimern und tragen die Tiere vorsichtig über die stark befahrenen Verkehrsadern. „Dies ist wie jedes Jahr eine besondere Herausforderung“ betont Josef Bruns vom Fachbereich Amphibien des NABU. Ihm sind schon oft Fahrzeuge mit hoher Geschwindigkeit an diesen Gefahrenstellen begegnet. „Die Helfer am Zaun sind nur mit Warnwesten ausgestattet und immer wieder großen Risiken ausgesetzt. Nicht selten werden die Helfer allein durch den Fahrtwind großer Fahrzeuge, die sehr nahe an ihnen vorbei fahren ins Wanken gebracht.“ Bruns appelliert an alle Verkehrsteilnehmer diese Gefahrenstellen vorausschauend zu passieren.

Im vergangenen Jahr haben die Zahlen der wandernden Amphibien am Zaun in Suttorf rapide abgenommen. Eine Ursache könnte das Aufbringen großer Erdmassen auf die umliegenden Äcker sein, das  viele Tiere das Leben gekostet hat. Bruns hält diese Erklärung für wahrscheinlich, da ihm ansonsten keine Veränderungen des Biotops aufgefallen sind. Dennoch hofft der NABU auf eine Erholung der Bestände in dem Bereich. Daher wird zur Zeit hier nur beobachtet und sobald sich Bewegung zeigt, wird auch in Suttorf der Zaun wieder aufgestellt. 

      

 

Zum ersten Mal greift eine winterliche Aktion gleich im folgenden Sommer. Im Winter 2017/2018 hatten wir ein Gebiet um einen der NABU - Weiher freigeschnitten. Anfang Juli diesen Jahres hatte es sich ein Kreuzotter - Weibchen auf genau dem Stamm, den wir uns als Sitzplatz zum Beobachten des Weihers hingelegt hatten gemütlich gemacht.

               

Die bestechenden Farben dieses Tieres lassen darauf schliessen, dass es sich gerade gehäutet hatte. Mit diesen Erfolgen sind wir in unserer Arbeit bestärkt und freuen uns über jedes noch so kleines Ergebnis. Wann die neuen Maßnahmen der Region Hannover vollständig greifen ist aber noch völlig offen, denn zunächst ist das kahle Gelände ohne Schutz für Reptilien. In den Bereichen wird es wohl noch eine Weile dauern, bis wir weitere Sichtungen verzeichnen können, aber die Entwicklung lässt hoffen.

Zauneidechsen-Ersatzgelände.

 

 

Erstmalig gelang eine Aufnahme eines erwachsenen Zauneidechsenweibchen, so dass hier sicher auch bald mit Jungtieren zu rechnen ist. Gesichtet wurde wenige Tage vorher ein Weibchen, welches offensichtlich gerade Eier abgelegt hatte. Wir sind sehr gespannt, wann wir die ersten Jungtiere vor unsere Linse bekommen.

Alles in Allem sind das bereits wunderbare Erfolge für unsere Arbeit. Auch der Reichtum an unterschiedlichen Insektenarten und einem blühfreudigen Bewuchs zeugt vom richtigen Weg, den wir eigeschlagen haben.

Pünktlich um 9:00 Uhr am Samstag den 25.02.2017 trafen sich 13 Frauen und Männer (siehe Fotos) der NABU Gruppe Neustadt e.V. zum Aufbau des ca.400 m langen Amphibienschutzzaun in Suttorf.

 

Kleingewässer im Siedlungsbereich in Niedersachsen

ImageKleingewässer sind echte ‚Hotspots der Biodiversität’ in unserer immer mehr ausgeräumten Kulturlandschaft. In ihnen finden sich in vielfältiger Weise Amphibien, mitunter Fische, eine Fülle von Wirbellosen und Mollusken. In vielerlei Funktionen zeigt sich der ökologische Nutzen von Kleingewässern, denen sich der NABU Niedersachsen in einem neuen Projekt widmet.

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