Unser Mitglied, Jan-Heiner Jacobs ist von der Region Hannover – Fachbereich Umwelt -  berechtigt worden, geschützte Waldameisen in Neustadt und Umgebung umzusiedeln. 

1. Bordenau

> Anfang April:

> Anruf beim NABU Neustadt, weiterempfohlen an mich zu folgender Situation:

> Bei der Frühjahrsreinigung eines Zuggrabens in der Feldmark Bordenau, Alter Torfmoorweg, wurde ein Waldameisennest durch einen (vermutlich) Walzenmäher stark zerstört. Das Nest befindet sich zwischen Grabenkante und Wirtschaftsweg.

> Mitte April:

> habe ich Ameisenproben genommen und diese dem zuständigen DASW-Fachberater in Lingen  geschickt. Dieser hat festgestellt, dass es sich es um die etwas seltenere Waldameisenart Formica Rufa handelt. Denn diese hat zu anderen Arten nur "eine" Königin. Sie bedarf also einer besonderen Hege und Pflege.

> Anfang Mai:

> das Nest hatte sich wieder etwas erholt, und man konnte die frühere Größe erkennen. Ich habe drei Pfähle eingeschlagen und diese mit rotweißen Kunststoffbändern versehen. Damit wurde das Nest sichtbar gekennzeichnet und vor weiterer

> Beschädigung abgesichert. Über diese Maßnahme muß nach Rücksprache mit der DASW der Auftraggeber und ausführende Firma informiert werden.

>

> 2. Bordenau

> Anfang Juni:

> Anruf einer Familie aus Bordenau, Info aus Kibitz NABU, zu folgender Situation:

> Am Bungalow, Wildgansweg, haben sich Ameisen im Dachüberstand der Holzverschalung und im Wandbereich unter der Wärmedämmung eingenistet.

> Bei der Besichtigung waren keine großen Ameisenbewegungen festzustellen. Nur vereinzelte und vor allem tote Ameisen. Nach Beurteilung des Fundortes( Holzbalken, Verschalung, auch Holzzerkleinerung) und Betrachtung der Ameisen(Größe 2-3 mm, schwarz-glänzend) kann es sich nur um die Formica Lasius Niger handeln.

> Vorschlag zur Vertreibung: Löcher in die Schalung und Wärmedämmung bohren und ein "Spezialmittel" zur Vertreibung in die Löcher einspritzen bzw Laufwege damit einsprühen. Die Familie hat auch schon mal ein Produkt angewandt und will mir bei Erfolg darüber Nachricht geben. Wichtig ist auch, einen einige Meter entfernt in der Erde befindlichen Baumstucken auf Befall von Ameisen zu untersuchen und ihn dann ebenfalls entsprechend zu behandeln.

>

> 3. Weitere Projekte:

> Hege und Pflege von Ameisennestern u. Ameisenschautafeln:

> Auf Gut Harms, der Schmetterlingswiese, dem Schulgarten und Waldameisennester am  Hüttendamm.

Im August 2013 wurden geschützte Waldameisen (Formica Polictena) aus einem Baugebiet in der Wedemark in den NABU-Schulgarten umgesiedelt.

Um das Nest wurde zum Schutz vor Schulkindern ein festes Gatter gebaut und gegen Wildschweinbeschädigungen, der Bauer vom Nachbarfeld gab uns den Hinweis, eine feinmaschige, pyramidenförmige Gitterkonstruktion zu erstellen.

Einige Jahre wurden die Ameisen beobachtet, ob und wie sie sich in den neuen Lebensraum eingefügt und eingelebt haben. Dabei wurde das Nest ständig überprüft. Festgestellt wurde, dass die umliegenden Bäume wie Tannen, Pflaumenbäume, Esche, Eichen und dergleichen zur Nahrungssuche im Sommer ständig belaufen wurden.

Nach fast 2Jahren wurde beobachtet, dass die Anzahl der Ameisen im Nest und in näherer Umgebung rückläufig war und es immer weniger wurden. Nach intensiver Suche auf dem Schulgartengelände wurde dann in ca. 6 mtr Entfernung im Gestrüpp eines Grenzwalles ein kleines Waldameisennest "entdeckt". Im Zeitraum von einigen Monaten wurde es immer größer und das alte immer kleiner.

Was war passiert? Die Ameisen sind "ausgewandert"und "umgezogen". Das passiert auch sonst in der Natur. Wenn z.B. durch Veränderung des Baumbestandes die Lichtverhältnisse eine geringere Sonneneinstrahlung auf das Nest bewirken. Und das ist hier der Fall gewesen. Man hat schon Wanderungen von Waldameisen-Nestern bis über 25 mtr Entfernung feststellen können.

Im Schulgarten sind wir jedoch froh darüber, dass uns die kleinen, fleißigen Nützlinge bei der Bekämpfung und Tilgung von Pflanzenschädlingen erhalten blieben. Sie sind also mittlerweile sesshaft geworden. Wir wollen hoffen, dass es noch lange der Fall sein wird.

FB Ameisenschutz

Frühjahr 2017  Jacobs

Der Naturschutzbund (NABU) Neustadt e.V. hat erfolgreich ein Volk der schwarz-braunen Waldameise (formica polictena) umgesiedelt. Sie mussten von einem Baugebiet in der Wedemark in den Schullehrgarten des NABU gebracht werden. Die Ameisen stehen auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Eine Baufirma hatte sich an die Naturschützer gewandt, weil das Nest ihre Arbeiten blockierte. Vor der Umsiedlung der Tiere wurde die Deutsche Ameisenschutzwarte (DASW) vom NABU für umfangreiche Untersuchungen der Umweltbedingungen hinzugezogen.

In mühevoller Kleinarbeit wurde der Ameisenhügel mit seinen ca. 50.000 Bewohnern vorsichtig abgetragen, mit besonderem Augenmerk auf die Königinnen. Das geschah im April 2013. Danach wurde eine Informationstafel angefertigt und neben dem Hügel aufgestellt. Darauf können die Besucher des Schullehrgartens zum Beispiel sehen, wie die Waldameisen im Ökosystem vernetzt sind.