Unser Mitglied, Jan-Heiner Jacobs ist von der Region Hannover – Fachbereich Umwelt -  berechtigt worden, geschützte Waldameisen in Neustadt und Umgebung umzusiedeln. 

Im Frühjahr 2017 wurde von einem „Umzug“ der Waldameisen aus einem 1.Nest in ein 2.Nest berichtet.

Etwa Mitte 2018 wurde bei den Nestbeobachtungen festgestellt, dass sich die Anzahl der Ameisen wieder verringerte. Anfang 2019 war das Nest dann nahezu vollkommen leer und von den Waldameisen verlassen. Der vermutliche Grund dafür war der sehr heiße und damit trockene Sommer 2018. Dadurch war das Nahrungsangebot an Insekten und vor allem der Lachniden (Honigtau) sehr gering.

Auf dem Schulgartengelände wurde erneut nach den Waldameisen gesucht.

Ende August wurde in einer Entfernung von ca. 40mtr. vom alten Nest entfernt, ein neues Nest der Ameisen gefunden. Sie haben sich in Richtung Westen, an einem absolut schattenfreiem Platz im Schulgarten, ihren neuen Standort gewählt. Ein erforderliches Nahrungsangebot ist dort vorhanden. Und wir hoffen, dass es diesmal der endgültige Platz für die Waldameisen ist.

August 2019 Heiner Jacobs

Neustadt, 29.01.2019

Durch Beobachtungen des Waldameisennestes durch NABU-Mitglieder und Besucher wurden Veränderungen festgestellt. So hat sich u. a. die Population der Ameisen im Laufe des letzten Jahres sehr verringert. Eine mutwillige Zerstörung oder Frass durch Wildschweine wie beim letzten Nest war nicht festzustellen.

Als Hauptgrund ist wohl der heiße und trockene Sommer des letzten Jahres anzunehmen. Das Nahrungsangebot inform von Insekten ist viel geringer geworden. Vor allem Blattläuse und Lachniden die von Ameisen „gemolken“ werden und den für sie wichtigen Honigtau als Hauptnahrung liefern, waren wenig vorhanden.
Eine andere Möglichkeit für die Verringerung der Ameisen ist die sogenannte „Auswanderung“. Das heißt sie, suchen sich einen Standort für ein neues Nest, wo das Nahrungsangebot ein besseres ist. Das muss jedoch noch durch Suchen im Schulgarten geprüft werden. In der Vergangenheit war das der Fall,  wie aus den baulichen Veränderungen der Nester zu sehen ist.
Heiner Jacobs.                                                                  

1. Bordenau

> Anfang April:

> Anruf beim NABU Neustadt, weiterempfohlen an mich zu folgender Situation:

> Bei der Frühjahrsreinigung eines Zuggrabens in der Feldmark Bordenau, Alter Torfmoorweg, wurde ein Waldameisennest durch einen (vermutlich) Walzenmäher stark zerstört. Das Nest befindet sich zwischen Grabenkante und Wirtschaftsweg.

> Mitte April:

> habe ich Ameisenproben genommen und diese dem zuständigen DASW-Fachberater in Lingen  geschickt. Dieser hat festgestellt, dass es sich es um die etwas seltenere Waldameisenart Formica Rufa handelt. Denn diese hat zu anderen Arten nur "eine" Königin. Sie bedarf also einer besonderen Hege und Pflege.

> Anfang Mai:

> das Nest hatte sich wieder etwas erholt, und man konnte die frühere Größe erkennen. Ich habe drei Pfähle eingeschlagen und diese mit rotweißen Kunststoffbändern versehen. Damit wurde das Nest sichtbar gekennzeichnet und vor weiterer

> Beschädigung abgesichert. Über diese Maßnahme muß nach Rücksprache mit der DASW der Auftraggeber und ausführende Firma informiert werden.

>

> 2. Bordenau

> Anfang Juni:

> Anruf einer Familie aus Bordenau, Info aus Kibitz NABU, zu folgender Situation:

> Am Bungalow, Wildgansweg, haben sich Ameisen im Dachüberstand der Holzverschalung und im Wandbereich unter der Wärmedämmung eingenistet.

> Bei der Besichtigung waren keine großen Ameisenbewegungen festzustellen. Nur vereinzelte und vor allem tote Ameisen. Nach Beurteilung des Fundortes( Holzbalken, Verschalung, auch Holzzerkleinerung) und Betrachtung der Ameisen(Größe 2-3 mm, schwarz-glänzend) kann es sich nur um die Formica Lasius Niger handeln.

> Vorschlag zur Vertreibung: Löcher in die Schalung und Wärmedämmung bohren und ein "Spezialmittel" zur Vertreibung in die Löcher einspritzen bzw Laufwege damit einsprühen. Die Familie hat auch schon mal ein Produkt angewandt und will mir bei Erfolg darüber Nachricht geben. Wichtig ist auch, einen einige Meter entfernt in der Erde befindlichen Baumstucken auf Befall von Ameisen zu untersuchen und ihn dann ebenfalls entsprechend zu behandeln.

>

> 3. Weitere Projekte:

> Hege und Pflege von Ameisennestern u. Ameisenschautafeln:

> Auf Gut Harms, der Schmetterlingswiese, dem Schulgarten und Waldameisennester am  Hüttendamm.

Im August 2013 wurden geschützte Waldameisen (Formica Polictena) aus einem Baugebiet in der Wedemark in den NABU-Schulgarten umgesiedelt.

Um das Nest wurde zum Schutz vor Schulkindern ein festes Gatter gebaut und gegen Wildschweinbeschädigungen, der Bauer vom Nachbarfeld gab uns den Hinweis, eine feinmaschige, pyramidenförmige Gitterkonstruktion zu erstellen.

Einige Jahre wurden die Ameisen beobachtet, ob und wie sie sich in den neuen Lebensraum eingefügt und eingelebt haben. Dabei wurde das Nest ständig überprüft. Festgestellt wurde, dass die umliegenden Bäume wie Tannen, Pflaumenbäume, Esche, Eichen und dergleichen zur Nahrungssuche im Sommer ständig belaufen wurden.

Nach fast 2Jahren wurde beobachtet, dass die Anzahl der Ameisen im Nest und in näherer Umgebung rückläufig war und es immer weniger wurden. Nach intensiver Suche auf dem Schulgartengelände wurde dann in ca. 6 mtr Entfernung im Gestrüpp eines Grenzwalles ein kleines Waldameisennest "entdeckt". Im Zeitraum von einigen Monaten wurde es immer größer und das alte immer kleiner.

Was war passiert? Die Ameisen sind "ausgewandert"und "umgezogen". Das passiert auch sonst in der Natur. Wenn z.B. durch Veränderung des Baumbestandes die Lichtverhältnisse eine geringere Sonneneinstrahlung auf das Nest bewirken. Und das ist hier der Fall gewesen. Man hat schon Wanderungen von Waldameisen-Nestern bis über 25 mtr Entfernung feststellen können.

Im Schulgarten sind wir jedoch froh darüber, dass uns die kleinen, fleißigen Nützlinge bei der Bekämpfung und Tilgung von Pflanzenschädlingen erhalten blieben. Sie sind also mittlerweile sesshaft geworden. Wir wollen hoffen, dass es noch lange der Fall sein wird.

FB Ameisenschutz

Frühjahr 2017  Jacobs