04.06.2026
Stichworte zur Position des NABU Neustadt
Der NABU Neustadt lehnt die Einrichtung der geplanten Deponie am Dammkrug ganz grundsätzlich und mit größtem Nachdruck ab.
Wir sehen darin einen verantwortungslosen Raubbau an unseren natürlichen Ressourcen, eine nicht wiedergutzumachende Belastung unserer Umwelt für viele Generationen und die endgültige Zerstörung eines natürlichen Landschaftsbildes.
- Wir sprechen von Raubbau an Ressourcen, weil die Riesenmengen an Bauschutt, die hier abgelagert werden sollen, zum allergrößten Teil wiederzuverwenden wären, z.B. als Ersatz für Sand. Schon jetzt werden in unserer Nähe ganze Waldstücke abgeholzt, um das kostbare Gut „Sand“ wieder abzubauen.
- Ein Hauptproblem ist die angestrebte Durchmischung rein mineralischer Abfälle mit gefährlichen Stoffen, wie z.B. teerhaltigem Straßenaufbruch. Das bedeutet, dass auch in 50 Jahren, wenn Sand endgültig unbezahlbar sein wird, niemand auf den Gedanken kommen kann, dieses ungute Gemisch je wieder zu verwenden. In anderen Ländern, z.B. in Holland, ist die Deponierung mineralischer Abfälle seit Jahren komplett verboten, weil fast alles wiederzuverwenden ist. Die Landschaft und die Rohstoffreserven sind in den Niederlanden zu wertvoll, um sie auch nur stückweise zu vernichten.
- Die Dimensionen der geplanten Deponie können das Problem veranschaulichen: Die Abfallhalde soll zusammen mit Zufahrten, Gebäuden usw. ein Gelände von 42 ha (Höhe 60 m über dem Gelände!) umfassen. Das entspricht einer Fläche von mehr als 50 Fußballfeldern, die hier mit giftdurchmischten Abfällen ihrer natürlichen Funktion und Entwicklung entzogen wird. Dabei spielt es keine Rolle, dass das Gelände von einer Tongrube mit Abbaurechten bestimmt wird. Der Betreiber der Tongrube wäre zur Wiederherstellung des Landschaftsbildes nach Ende des Tonabbaus verpflichtet und müsste von vornherein einen entsprechenden Plan vorlegen.
- Das „Umweltministerium“ hat noch 2023 öffentlich festgestellt, dass es keinen Bedarf für zusätzliche Deponien der Klasse 1 in Niedersachsen gibt, allenfalls in nördlichen und westlichen Landesteilen, und zwar in Hinblick auf lange Transportwege. Es geht also nicht um die Region Hannover.
Unser aller Anliegen sollte es sein, Abfälle zu vermeiden, ihre Deponierung in der Landschaft zu minimieren und Recyclingverfahren weiter zu entwickeln, um unsere Landschaft, unsere Natur und unsere natürlichen Ressourcen zu schonen. Eine Deponie in der geplanten Größe und in so zentraler Lage würde Abfälle aus ganz Niederachsen aufnehmen, denn ihre Kapazität von 500.000 t entspricht einem Drittel der Menge, die jährlich in Niedersachsen anfällt. Die Anlage würde darüber hinaus nach unserer Ansicht Unternehmen in ihrem Bemühen zurückwerfen, innovative Verfahren zur Aufbereitung mineralischer Abfälle und zur Wiederverwendung der gewonnenen Rohstoffe zu entwickeln.
In diesem Sinne lehnen wir alle Planungen zum Bau einer Deponie der Klasse 1 am Dammkrug mit großem Nachdruck ab.
i.A. Herbert Stoepper